Evaluation der Gerinnung verschiedener Tierspezies und der Wirkung verschiedener Hämostyptika auf die Gerinnung mit der Rotationsthrombelastometrie

Die häufigste vermeidbare Todesursache bei Schwerstverletzten ist im zivilen wie auch im militärischen Bereich das Verbluten (Kelly 2008, Teixeira 2007). Ein therapeutischer Ansatz sind hierbei Hämostyptika. Dies sind lokal gerinnungsfördernde Substanzen, die bei Versagen eines Druckverbandes oder in anatomischen Regionen, in denen kein Tourniquet angelegt werden kann, eingesetzt werden können. Die Wirksamkeit dieser Substanzen wurde in zahlreichen Tierversuchen erforscht. Teils widersprüchliche Versuchsergebnisse und fehlende vergleichende Studien zur Wirksamkeit beim Menschen gegenüber dem Tiermodell führen dazu, dass zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit Sicherheit belegt werden kann, welches Produkt am Menschen die effektivste Wirkung erzielt (Pusateri 2006). Zusätzlich herrscht in der Fachwelt immer noch Uneinigkeit darüber, welches Tiermodell der menschlichen Gerinnung am ähnlichsten ist (Siller-Matula 2008).
Eine Möglichkeit die Blutgerinnung qualitativ zu beurteilen ist die  Rotationsthrombelastometrie (ROTEM®). Mit ihr kann man in einem blutgefüllten Probengefäß durch einen rotierenden Stempel den mechanischen Widerstand, der sich durch die zunehmende Gerinnselbildung erhöht, messen (Calatzis 1996, Lang 2006). So sind Aussagen über den zeitlichen Verlauf der Blutgerinnung und Ihrer Qualität möglich (Abbildung 1).
Ziel dieser Studie ist es, zunächst mit Hilfe der Rotationsthrombelastometrie die Blutgerinnung von Tieren, bei denen Daten zur Wirkungsweise von Hämostyptika vorliegen, mit der menschlichen Gerinnung zu vergleichen, um bereits vorliegende Ergebnisse von Tierstudien besser auf den Menschen übertragen zu können (Abbildung 2). In einem zweiten Schritt soll dann die Wirkung einzelner Hämostyptika auf die Blutgerinnung im Tier- und Menschenblut untersucht werden.

Abbildung 1: Exemplarischer Verlauf der Gerinnsel Bildung beim Menschen bei nativem Blut, gemessen mit dem ROTEM® (star-tem® Reagenz).

 


Abbildung 2: Exemplarischer Verlauf der Gerinnsel Bildung beim Schwein bei nativem Blut, gemessen mit dem ROTEM® (star-tem® Reagenz). Im Vergleich zur menschlichen Gerinnung setzt der Gerinnungsvorgang früher ein (Beginn des rosa Kurvenabschnittes) und ist stärker ausgeprägt (maximale Amplitude des blauen Kurvenabschnittes).

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