Kontrastmittelsonographie am Bewegungsapparat

Die Sonographie des Bewegungs-apparates ist seit langem etabliert und fester Bestandteil der apparativen Diagnostik. Als Beispiele seien an dieser Stelle die bereits früh durchgeführten Untersuchungen an der Schulter oder die Untersuchung der Säuglingshüfte n. Graf im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen genannt. Dabei ist die Sonographie flexibel, schnell verfügbar und überall einsetzbar und heutzutage aus dem unfallchirurgisch-orthopädischen Alltag nicht mehr wegzudenken.  
So ist die Sonographie in der traumatologischen Akutsituation dem Unfallchirurgen wertvolles Hilfsmittel, innerhalb weniger Sekunden wichtige Fragen wie z.B. nach der freien Flüssigkeit intraabdominell unkompliziert beantworten zu können. In der unfallchirurgisch-orthopädischen Sprechstunde ist die Dynamik des Verfahrens ein großer Vorteil, der es möglich macht, entzündliche, degenerative und traumatische Läsionen und Veränderungen strahlungsarm und ggf. in der funktionellen Untersuchung darzustellen.
Zuletzt ist die sonographische Diagnostik nun durch den Einsatz von Ultraschallkontrastmittel nochmals deutlich für bestimmte Anwendungen verbessert worden. Diese Entwicklungen haben zuletzt die Grenzen der konventionellen B-Bild-Untersuchung und der Farb- oder Power-Doppler-Sonographie überwunden und die Darstellung der Mikrovaskularisation ermöglicht. Dazu enthält das Kontrastmittel als „wirksamen Bestandteil“ kleine Bläschen, sog. „Bubbles“ - gelöst in einer physiologischen Flüssigkeit -, welche z.B. aus einer Phospholipidhülle bestehen und mit einem Hexafluoridgas gefüllt sind. Diese Bläschen werden nach Applikation des Kontrastmittels über einen peripher-venösen Zugang mit dem Blutfluss im Körper verteilt, durch die Ultraschallwellen am Ort der Untersuchung angeregt und in einen Schwingungszustand versetzt. Dadurch verändert sich deren Reflexverhalten bei der Sonographie und es kommt zu einer Verstärkung des Echosignals von „vorbei“-strömendem Blut. Da diese Bläschen z.T. kleiner sind als Erythrozyten, ist gewährleistet, dass diese sich wirklich im kompletten Gefäßsystem verteilen, was somit die valide Mitbeurteilung der Mikrozirkulation ermöglicht  (vgl. Abb. 1).

http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/chopra-sascha-santosh-2005-03-18/HTML/image003.gifphilips research microbubbl 300x230 Philips aims to reduce cancer treatment side effects with drug loaded microbubbles
Abb. 1: Darstellung der typischen Kontrastmittel – „Bubbles“ (schwarzer Pfeil bzw. grün) im Vergleich zu Erythrozyten (weißer Pfeil bzw. rot).

Moderne Sonographie-Geräte ermöglichen nun auf der Basis einer scharfen Abgrenzung zwischen weniger und mehr kontrastmittelperfundiertem Gewebe im Bild des Ultraschalls die Beurteilung der Mikrozirkulation, wobei das Kontrastmittel nach der Applikation ein ganz typisches Verhalten, die sog. Perfusionskinetik, zeigt (vgl. Abb. 2).


Abb. 2: Perfusionskinetik bei der Kontrastmittelsonographie

Eine Änderung des Perfusionsverhaltens mit dem typischen An- und Abfluten des Kontrastmittels unter dem Schallkopf am Ort der Untersuchung kann mit einer entsprechenden Software quantitativ erfasst und objektiviert werden. Dies bedeutet also, kleinste Veränderungen der Perfusion auf Mikrozirkulationsebene können objektiv und mit verschiedenen Parametern ganz genau detektiert werden.

Ziel des nun geplanten Forschungsprojekts ist es, die Anwendung der modernen Kontrastmittelsonographie am Bewegungsapparat zu erproben und für bestimmte unfallchirurgisch-orthopädische Krankheits- und Verletzungsbildern zu etablieren.

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